Der Neue BI-vorstand

von Bi-Bahntrasse

Seriosität gepaart mit Haltung

Manfred Wahl wurde nach zehn Jahren an der Spitze der BI Bahntrasse mit höchstem Lob aus dem Vorstand verabschiedet.

Manfred Wahl bei seiner Abschiedsrede als Vorsitzender der Bürgerinitiative Bahntrasse auf der Mitgliederversammlung Foto: Christoph Breithaupt

 

OFFENBURG. Manfred Wahl ist auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der BI Bahntrasse ausgeschieden. Am Freitag bei der Mitgliederversammlung der BI wurde der pensionierte evangelische Geistliche mit vielen Dankesworten aus dem Ehrenamt verabschiedet. Wahl hatte gemeinsam mit der katholischen Ordensschwester Martina Merkle zehn Jahre lang die ökumenische Doppelspitze der BI gebildet.

Zum Nachfolger wurde Karl Bäuerle gewählt. Der frühere Leiter des Stadteil- und Familienzentrums Uffhofen hat sich von Anfang an beim Ausbau der Rheintalbahn für die Tunnellösung engagiert und war Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der Bürgerinitiative. Schwester Martina bleibt als erste Stellvertreterin noch eine weitere Wahlperiode im Amt.

Zehn Jahre lang kämpfte der 78-jährige frühere Dekan an der Spitze der BI gegen die Bahnpläne. Die Tunnellösung für Offenburg und der nun kommende autobahnparallele Ausbau ist zu einem hohen Anteil sein Verdienst. Man erinnert sich: Die Bahn plante, zwei zusätzliche Gleise längs der bestehenden Strecke zu führen. Offenburg wäre durch hohe Lärmschutzmauern zerschnitten worden.

Zu den Dankrednern gehörten unter anderem OB Edith Schreiner, der Erste Landesbeamte des Ortenaukreises, Nicolas Stoermer, und der Landtagsabgeordnete Thomas Marwein. Da er aus Offenburg, der Stadt des Kampfs gegen Bahnlärm stammt, sei er geradezu automatisch zum Lärmschutzbeauftragten seiner Fraktion bestimmt worden, sagte der Grünen-Politiker humorig. Marwein stellte fest, dass die Initiativen mit ihrem Handeln Einfluss auf die gesamte Bundesrepublik genommen hätten. Mittlerweile suche die Bahn bei großen Vorhaben bereits im Vorfeld den Konsens mit der Bürgerschaft. Das sei mit Wahls Verdienst.



Nicolas Stoermer nannte die ökumenische Doppelspitze einen genialen Schachzug. Die von ihr ausgehende Seriosität gepaart mit einer klaren Haltung pro Bürgerschutz und Umweltschutz hätten das Ergebnis maßgeblich beeinflusst. OB Edith Schreiner sprach anlässlich Wahls Ausscheiden aus dem BI-Vorstand von einer denkwürdigen Stunde: "Die Bürgerinitiative und Manfred Wahl waren bislang eins. Wahl als "Spielführer" gehe nun vom Platz, da seinem Team der Sieg nicht mehr zu nehmen sei, erklärt Schreiner. Bekanntlich ist durch den Entschluss des Bundestags vom Januar 2016 die Tunnellösung festgeschrieben. Die Fähigkeit, ausgleichend zu wirken, sein respektvoller Umgang mit Menschen, die in der Sache Gegner waren, sein teils "gebetsmühlenartiges Wiederholen von Sachargumenten" hätten Wahl Respekt gebracht.

Wahl selbst dankte allen Mitstreitern. Er habe immer das Vertrauen gehabt, dass das Wichtige und Richtige obsiegen müsse. Er sei nun gelassen, sein Werk sei getan. Zugleich forderte er von der BI und den Offenburgern, nun den Bau des Tunnels aufmerksam zu begleiten, auf Qualität zu achten und darauf, dass unter möglichst wenig Wohnbebauung gebaut werde.


Der Neue BI-vorstand
Karl Bäuerle, bislang Stellvertreter, wird Vorsitzender. Schwester Martina Merkle und Oliver Strauch als Stellvertreter sowie Schriftführerin Simone Golling-Imlau und Schatzmeisterin Anita Rost bleiben im Amt.

Di, 04. Oktober 2016
Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.
von: Robert Ullmann

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