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Bahn baut auf Lärmschutz

von Bi-Bahntrasse

Bahn baut auf Lärmschutz

(BZ am 23. März)

Kosten von 25 Millionen Euro

Stuttgart. Die Bahn will bis Ende des Jahrzehnts 25 Millionen Euro in den Lärmschutz entlang der beiden Hauptstrecken Stuttgart/Ulm und Mannheim/Basel investieren. Jeder fünfte Bürger klagt über Lärm, der von den Zügen kommt. Die Bahn liegt damit allemal günstiger als der Straßenverkehr, unter dem drei von fünf Anwohnern leiden. Gleichwohl nehme man den Lärmschutz sehr ernst, so Werner Klingberg, der ranghöchste Eisenbahner im Land. Dies gelte vor allem für die geplanten Neubauprojekte an der Rheinschiene.
Bis es soweit ist, müssen aber alte Trassen saniert werden. Insgesamt gibt die Bahn im Land für Schallschutzfenster, Lärmschutzwände und die »Entdröhnung« alter Eisenbahnbrücken 60 Millionen Euro aus, 35 davon sind bereits verbaut. Das Geld kommt vom Bund, der die Summe für Verbesserungen im gesamten Bundesgebiet gerade auf jährlich 100 Millionen Euro erhöht hat. Bis 2020 will die Bahn ihre Lärmausstrahlung halbieren.
Im Rheintal sind vor allem der Abschnitt von Freiburg zur Schweizer Grenze sowie die Strecke Heidelberg/Raststatt im Bauprogramm vertreten. Zwischen Baden-Baden und Riegel wurden Schutzmaßnahmen bereits verwirklicht. Insgesamt werden im Land 56 Kilometer Zäune gebaut sowie 3500 Wohnungen mit neuen Fenstern versehen. Große Hoffnungen setzt die Bahn in eine neue kunststoffbeschichtete Bremse bei Güterwagen. Die alten Gussbremsen rauen Rad und Schiene auf, was die Rollgeräusche erhöht. Mit der neuen Bremse bleiben die Oberflächen glatt und leise. Würde die Bahn ihre 135.000 Güterwagen umrüsten, kostet das 600 Millionen Euro, damit ließe sich der Lärm halbieren. Nur nicht auf der Rheinschiene. Hier fahren 50 Prozent ausländische Güterwagen, die meisten mit alten Bremsen.

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