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Bahntrasse: Entscheidende »Schlacht« hat begonnen

von Bi-Bahntrasse

Bahntrasse: Entscheidende »Schlacht« hat begonnen

Planfeststellungsverfahren mit A 3-Trasse eröffnet / Im Herbst Bürgerinfo Elf Abrisshäuser verkauft

Mit einem regelrechten Tunnelblick verfolgt die Bahn die A 3-Trasse: Mit ihr ist sie jetzt ins Planfeststellungsverfahren gegangen. Und die Konkurrenzvariante der Stadt – den Güterzugtunnel – redet sie schlecht, weil angeblich zu teuer und wegen »neuer Betroffenheiten«.

VON UNSEREM KORRESPONDENTEN WINFRIED HECK

Offenburg/Karlsruhe. Wie abzusehen war, geht die Bahn mit der Trassenvariante A 3 (vier parallele Gleise durchs Stadtgebiet) ins Planfeststellungsverfahren für den knapp 9 Kilometer langen Bauabschnitt zwischen Offenburg und Hohberg. Dies gab Projektleiter Christophe Jacobi gestern in Karlsruhe vor Journalisten bekannt. Demnach soll der von der Stadt Offenburg vehement geforderte Güterzugtunnel nicht gebaut werden. Jacobi geht allerdings davon aus, dass die Stadt während der Offenlage, die Anfang 2008 erwartet wird, Einwendungen machen und diesen Tunnel fordern wird.
»Der Bereich Offenburg ist für mich der sensibelste Teil der gesamten Ausbaustrecke«, rechnet er mit einer sehr großen Zahl von Einwendungen und Verbesserungsvorschlägen. 15 Leitzordner wurden von der Bahn Anfang des Monats beim Eisenbahnbundesamt abgegeben, das die Planung prüfen soll und gegebenenfalls Änderungen fordern wird. Dies wird sich voraussichtlich bis zum Jahresende hinziehen, ehe dann die Offenlage folgt.
An gravierende Änderung des Plans glaubt Jacobi jedoch nicht. »Nicht nur wegen der Kosten ist der Tunnel aus unserer Sicht nicht die bessere Lösung, sondern weil er auch neue, andere Betroffenheiten bringt.« Jacobi verweist vor allem auf zu erwartende Erschütterungen in Gebieten, die bisher keine Beeinträchtigung durch den Bahnverkehr erlitten haben. Noch sei dort die Gebäudesubstanz nicht untersucht und auch Sondierungsbohrungen wurden nicht durchgeführt. Die Kosten hierfür würde Jacobi aber gerne vermeiden und hofft, dass das Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde es auch ohne vertiefende Untersuchungen bei dem von der Bahn vorgeschlagenen Ausbau der bestehenden Trasse belässt.
Aufgrund der zusätzlich in die Planung aufgenommenen Details werde sich das bisher auf 180 Millionen Euro veranschlagte Projekt voraussichtlich um 30 bis 45 Millionen Euro verteuern, so Jacobi. Dies sei jedoch noch immer 450 bis 500 Millionen Euro billiger als der Güterzugtunnel. Im September will die Bahn eine Bürgerinformation abhalten, eine weitere Info-Veranstaltung sei geplant, sobald es in die Offenlage gehe.

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