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Bahntunnel: Hoffnung für Offenburg schwindet

von Bi-Bahntrasse

Bahntunnel: Hoffnung für Offenburg schwindet

Kein Entgegenkommen der Bahn / OB Schreiner droht erneut mit Klage

Die Deutsche Bahn beharrt beim Ausbau der Rheintalbahn weiterhin auf ihre Trassenplanung. Offenburgs OB Edith Schreiner (CDU) drohte gestern mit einer Klage. sollte der Stadt der geforderte Tunnel verweigert werden.

VON ANDREAS RICHTER

Freiburg. Im Vorfeld der Einleitung des Baurechtsverfahrens für die Güterumfahrung Freiburgs teilte die DB Projektbau gestern mit, dass alternativ vorgeschlagene Trassenführungen zwischen Kenzingen und Schallstadt keine Berücksichtigung gefunden hätten. Der Gesamtprojektleiter Heinz-Georg Haid bewertete die Bahnpläne nach Abwägung von Kosten und Nutzen als »besser«. Nicht berücksichtigt wurde in dem Abschnitt ein von Bürgerinitiativen vorgeschlagener Tunnel im Markgräflerland, eine andere Linienführung bei Riegel sowie eine Tieflage in der Breisgauer Bucht.
Die gestern in Freiburg vorgestellten Pläne lassen befürchten, dass sich auch Offenburg keine Hoffnung auf einen Tunnel machen kann. Bereits vor drei Wochen hatte die DB Projekthau angekündigt, das Baurechtsverfahren für Offenburg im zweiten Quartal dieses Jahres mit der sogenannten A3-Trasse zu eröffnen. Das bedeutet, dass das dritte und vierte Gleis der Rheintalbahn durch Offenburg verlaufen soll.
OB Schreiner verteidigte erneut die Tunnelpläne Offenburgs. »Der Tunnel ist die bessere Alternative«, sagte Schreiner der MITTELBADISCHEN PRESSE. Sie kündigte städtischen Widerstand an (»dafür sind wir gerüstet«) und zeigte sich vorbereitet darauf, »dass wir unsere Variante erkämpfen müssen«. Sollten sich im Verfahren die Tunnelpläne nicht realisieren lassen, dann werde die Stadt nach dem Planfeststellungsbeschluss klagen, sagte Schreiner.
Die Bahn verwies gestern im Zusammenhang mit den Plänen zur Freiburg-Umfahrung auf die Ergebnisse der Raumordnungsverfahren aus dem Jahr 1994 sowie die Daten des Bundesverkehrswegeplans von 2003, in dem Schallschutzvorkehrungen und Zugzahlen vorgegeben sind.
Im Streit um die prognostizierten Zugzahlen nach Bau des dritten und vierten Gleises trat gestern überraschend Entspannung ein. Das Bundesverkehrsministerium erstelle gerade eine neue Verkehrsprognose für die Rheintalbahn, teilte der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß (CDU) mit.

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