Pressearchiv (2005 - 2016)

Die BI demonstriert Geschlossenheit

von Bi-Bahntrasse

Die BI demonstriert Geschlossenheit

(Badische Zeitung vom Mittwoch, 27. Februar)

In allen wesentlichen Fragen ist sich die Bürgerinitiative Bahntrasse einig;
Mitgliederversammlung bestätigt die Vorstandsarbeit

Von Gertrude Siefke

Der Kampf fürs gemeinsame Ziel schweißt zusammen: Die Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative Bahntrasse am Montagabend verlief harmonisch, Vorstand und Beisitzer wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Nächste Großveranstaltung wird die Kundgebung am 3. April auf dem Lindenplatz sein. Der Antrag aus Reihen der Mitglieder, geschlossen hinter den Forderungen von »Baden 21« zu stehen, ging einvernehmlich durch.
Der Großteil der etwa 180 Mitglieder hielt es dreieinhalb Stunden im Mariensaal aus und erfuhr daher auch noch von den Plänen des Gerüstebauers Karl-Heinz Eckerle: Der FDP-Gemeinderat will am Donnerstag, 3. April, Demowände am Lindenplatz aufstellen, deren Höhe den von der Bahn geplanten Schallschutzmauern entsprechen. Mit diesem Beitrag endete gegen 23 Uhr eine Versammlung, die von interessierten Nachfragen und einmütigem Bekenntnis zur Tunnellösung geprägt war. Jürgen Nolte, der kurzfristig als Versammlungsleiter einsprang und die Entlastung des Vorstandes übernahm, brachte es auf den Punkt: Die BI Bahntrasse sei eine »Initiative mit Bürgersinn, wie man sie sich besser und demokratischer nicht vorstellen kann«.
Damit sprach der frühere Chefarzt der St. Josefsklinik nicht nur Manfred Wahl aus dem Herzen: »Ich finde es großartig, wie sehr die Möglichkeiten der Eigenbeteiligung genutzt werden«, zog der Vorsitzende ein Resümee der Zusammenkunft. Ihm selbst bescheinigten die Mitglieder, »Übermenschliches zu leisten« – was der evangelische Geistliche so nicht stehen lassen wollte: »Als Theologe weise ich für mich das Leisten von Übermenschlichem zurück«, betonte Wahl mit einem Schmunzeln.
Der besondere Dank galt auch Schriftführer Herbert Maier, der als unverzichtbarer »Mann der Recherche« geehrt wurde, sowie Schwester Martina für deren gesamtes Engagement. Kassenführer Karl Treiber konnte mit einem Bestand von etwa 10.000 Euro aufwarten; ein »wichtiges Polster und eine gute Basis« für die anstehende Zeit der Einwendungen, in der erhebliche Anwaltskosten auf die BI zukommen werden, führte Wahl aus. Herbert Maier und die einzige neu gewählte Beisitzerin Michaela Junker erläuterten, wann die Einwendungen fristgerecht eingebracht werden müssen. Zwei mögliche Termine sind im Gespräch. Nach der Informationsveranstaltung der Bahn am 8. April wird davon ausgegangen, dass die Bahn ihre Pläne bis Ende Mai vorstellen wird. Die Offenlage erfolgt dann vom 1. Juni bis 15. Juli oder nach den Sommerferien im September und Oktober.

Die errechneten Zugzahlen der Bahn sind zu niedrig angesetzt

Einstimmig sprachen sich die Mitglieder dafür aus, das Konzept von »Baden 21« zu tragen und es als Empfehlung an den Offenburger Gemeinderat weiterzuleiten: »Baden 21« wurde von der Interessen-Gemeinschaft Bahnprotest an Ober- und Hoch-Rhein (IG Bohr) angeregt und beinhaltet den gemeinsamen Kampf für einen Tunnel durch Offenburg, einen Trassenverlauf parallel zur Autobahn von Offenburg bis Riegel sowie Tieflagen und verstärkten Lärmschutz bis südlich von Buggingen. Die Zusatzkosten werden auf 500 Millionen Euro geschätzt, zu verteilen auf eine Bauzeit von zehn Jahren.
Rückblickend hob Anita Rost vom Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit die Großdemo in Freiburg als Erfolg hervor; darüber hinaus die vierwöchige Plakataktion auf dem Rathausvorplatz in Offenburg. Der Arbeitskreis Schule und Kindergarten will jetzt konkret Eltern ansprechen und das weitere Vorgehen planen, sagte Schwester Martina.
Gemeinsam mit Georg Moosmann ging die Ordensfrau noch einmal auf die Schätzungen der Bahn in Sachen Entwicklung der Zugzahlen ein. Für die beiden Vertreter des BI-Vorstands steht fest, dass wesentliche Rahmenbedingungen bei der Prognose außer Acht gelassen wurden: Die Zahlen seien daher zu niedrig ausgefallen, auch wenn sie so schon schlimm genug seien.

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