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»Ein Signal von großer Einigkeit«

von Bi-Bahntrasse

»Ein Signal von großer Einigkeit«

(5. September)

BI-Vorsitzender Manfred Wahl über das Gespräch der Offenburger Delegation mit Wolfgang Tiefensee

Nach der Visite bei Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Montagabend in Berlin scheint die Stimmung der Offenburger Delegation euphorisch. Manfred Wahl, Vorsitzender der BI Bahntrasse, saß als ein Vertreter Offenburgs mit am Tisch. Wahl bezeichnet das persönliche Gespräch als einen Gewinn im Kampf für den Tunnel.

VON KIRSTEN PIEPER

• OB Edith Schreiner nannte das Treffen mit Tiefensee am Montag einen Durchbruch für den Tunnel? Sehen Sie das auch so?
Manfred Wahl: Ein Durchbruch ist tatsächlich die Zusage des Ministers, eine gleichrangige und gleichtiefe Untersuchung der Varianten A 3-Trasse und Tunnel zu gewährleisten.

• Glauben Sie, dass sich die Chancen für den Tunnel gerade durch das persönliche Gespräch erhöht haben?
Wahl: Auf jeden Fall war die Überraschung des Ministers über die große Geschlossenheit unserer Delegation zu spüren. Da saßen die Oberbürgermeisterin, die Dezernenten, Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen und ich als Vertreter der Bürgerinitiative an einem Tisch – das war ein Signal von großer Einigkeit!

• Konnten Sie Tiefensee für den von Offenburg favorisierten Tunnel begeistern?
Wahl: Auf jeden Fall hat ihn die Darstellung der Situation durch die OB und durch die Mitglieder der Delegation beeindruckt. Es ist gelungen, die Offenburger Sondersituation knapp, aber dennoch zutreffend zu schildern. Die Situation persönlich vorgetragen zu haben, ist ein Gewinn und hat einen anderen Stellenwert als eine Forderung auf Papier.

• Ein Ergebnis des Gesprächs war, dass die Streckenführung nicht nur rechtlich, sondern auch politisch bewertet wird – was bedeutet das genau?
Wahl: Der Minister hat sich in seinen Ausführungen anfangs auf die rechtliche Seite beschränkt. Doch die sozialen und städtebaulich verheerenden Folgewirkungen stehen nicht im Gesetz. Wir haben nun die politische Forderung formuliert, dass auch solche Folgen in die Entscheidung einbezogen werden müssen. Bei der Vorbereitung auf das Gespräch mit Tiefensee habe ich ein Zitat aus seiner Zeit als OB von Leipzig gefunden. Er sagte damals, Politik müsse verantwortungsvoll und nachhaltig gestaltet werden, damit unsere Enkel in einer lebenswerten Stadt zu Hause sind. – Das hätte er für Offenburg schreiben können!

• Es hat einen Fingerzeig in Richtung finanzielle Beteiligung des Landes gegeben. In wieweit sehen Sie Stuttgart in der Pflicht?
Wahl: Wenn es dem Land gelingt, den Bund zur Finanzierung der Mehrkosten für die Tunnellösung zu gewinnen, dann stimmen wir dem zu. Sollte dies nicht gelingen, werden wir Gespräche mit dem Land führen, mit dem klaren Ziel, eine menschenwürdige Realisierung der oberrheinischen Güterverkehrstrasse zu ermöglichen. Dabei gilt: Der sozialverträgliche Ausbau der Rheintalbahn muss den gleichen Stellenwert haben wie das Jahrhundertprojekt Stuttgart 21.

• Haben Sie noch etwas auf dem Herzen?
Wahl: Ja, der Minister hat das Delta zwischen den Kosten der Bahnvariante und den Kosten des Tunnels als unverhältnismäßig hoch bezeichnet. Es muss in unserem Interesse sein, die Kosten zu optimieren. Der Minister hat auch die Notwendigkeit bestätigt, die Berechnungen der Bahn, die wir für deutlich zu gering kalkuliert halten, kritisch zu prüfen.

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