Pressearchiv (2005 - 2016)

Keine Güterzug-Gefahrguttransporte

von Bi-Bahntrasse

Keine Güterzug-Gefahrguttransporte durch Wohngebiete – Müllheim mahnt!

Wie durch ein Wunder blieb Müllheim bei dem schweren Güterzugunfall mit Gefahrgut-Waggons vom Schlimmsten verschont. Keine Stunde vorher war der Unglückszug mitten durch Offenburg gefahren, durch Lahr, durch Herbolzheim – Kenzingen…: Tausende schwebten in schwerster Gefahr. Die Erinnerung an die Katastrophe von Viareggio vor knapp zwei Jahren, mit 31 Toten und schweren Zerstörungen, ist noch gegenwärtig.
Seit ihrem Bestehen fordern die oberrheinischen Bürgerinitiativen: Keine Güterzug-Transporte durch Wohngebiete. Jeder 7. Waggon transportiert Gefahrgut. Die politisch und planerisch Verantwortlichen verweigern bisher Konsequenzen. Deswegen werden wir keine Ruhe geben – bis hinein in den Projektbeirat. Güterzüge gehören für alle Zeiten raus aus den Wohngebieten – für Offenburg heißt das: Ab in den Güterzug-Tunnel!

Zur besseren Sicherheit: Güterzugtunnel

Einschlägige Untersuchungen von Güterzugunfällen kommen dabei zu einem eindeutigen Ergebnis: Am  häufigsten sind Güterzugunfälle durch Witterungseinflüsse (oft mit der Folge von  Fahrbahnhindernissen) und durch Weichen-Falschstellungen verursacht. Dass diese beiden Ursachen nur für die freie Strecke zutreffen, ist ein Hauptgrund für die deutlich häufigeren Güterzugunfälle auf freier Strecke gegenüber den Tunneln.
Auch bei Unglücksfällen mit Explosionen belegen diese Untersuchungen eine geringere Gefährdung in Tunneln als auf freier Strecke – weil sich die Explosionsdruckwelle entlang der Tunnelröhre  zu den Tunnel-Enden hin ausbreitet. Zudem sind für sensible Bereiche eines Tunnelgewölbes zusätzliche Vorsorgemaßnahmen Pflicht.  Druckausbreitungen auf freier Strecke gelten als gefährlicher. Ebenso gelten Giftaustritte auf freier Strecke als schwerer beherrschbar.
Selbstverständlich sind diese Untersuchungsergebnisse  für alle in Offenburg (und anderswo) an der Trassenplanung Beteiligten eine wichtige Grundlage ihrer Entscheidungen. Alles andere wäre geradezu fahrlässig. Als BI Bahntrasse e.V. werden wir uns also auch hinsichtlich der Sicherheitsfrage mit guten Gründen weiterhin für einen Offenburger Güterzugtunnel einsetzen - so wie wir weiterhin mit Nachdruck für eine menschenfreundliche Trassenführung eintreten. Unsere guten Argumente haben sich inzwischen auch im Projektbeirat Gehör verschafft.
Natürlich wird es in diesen entscheidenden Monaten noch weiterer Anstrengungen und großer Aufmerksamkeit bedürfen, um das gemeinsame Ziel einer menschenfreundlichen und umweltgerechten Güterzugtrasse zu erreichen. Aber wir sind ja mit Zehntausenden unterwegs zu diesem Ziel: Das macht stark auch für die letzten Meter.

Manfred Wahl – Mutter M Martina Merkle – Oliver Strauch – Karl Bäuerle – Anita Rost – Simone Golling-Imlau

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