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Keine zweite Berliner Mauer!

von Bi-Bahntrasse

Keine zweite Berliner Mauer!

Der Albersböscher Otto Schubert protestiert mit neu bemalter »Schandmauer« gegen Bahnpläne

Die Großkundgebung morgen in Offenburg unterstützt der Albersböscher Otto Schubert (75) durch fantasievollen Protest. Er hat am Fasanenweg eine »Schandmauer« errichtet und jetzt mit Forderungen der Bürgerinitiative beschriftet.

VON ALEXANDER KAPPEN

Offenburg. »Ich würde mich bei so hohen Lärmschutzwänden, wie sie die Bahn plant, eingesperrt fühlen. Ich möchte keine zweite Berliner Mauer durch Offenburg«, schimpft Otto Schubert.
Der 75-jährige Rentner ist Mitglied der Bürgerinitiative (BI) Bahntrasse. Anlässlich der morgigen Großdemonstration am Rathausplatz ist er aktiv geworden. Seine 5,10 mal 4 Meter große »Schandmauer« am Albersböscher Fasanenweg hat er in einwöchiger Arbeit zusammen mit zwei Helfern mit BI-Forderungen beschriftet.
Die Idee kam gut an. Nahezu hundert Nachbarn haben schon applaudiert. »Die finden das alle super, was ich auf die Beine gestellt habe«, sagt das BI-Mitglied.
Die Deutsche Bahn plant im Zuge ihrer Gleiserweiterung im Bereich Offenburg (A3-Variante) zusätzlich zu den bestehenden beiden Gleisen ein drittes und viertes Gleis durch Albersbösch und Stegermatt. Um die Anwohner vor dem zusätzlichen Lärm zu schützen, sieht die Bahn eine 5,10 Meter hohe Lärmschutzmauer entlang der Gleise vor.
»Der Lärm der Züge ist jetzt schon kaum auszuhalten. Mein Bett ist etwa 20 Meter von den Gleisen entfernt. Ich kann kaum schlafen«, beschwert sich Otto Schubert. Der 75-Jährige kämpft seit etwa sieben Jahren mit Leserbriefen und anderen Aktionen gegen die Bahnpläne. »Für mich ist ein unterirdischer Tunnel die einzige Lösung«, ist er überzeugt.
Seit Frühjahr dieses Jahres steht seine »Schandmauer« bereits am Fasanenweg. Er hat sie aufgestellt, um den Leuten anschaulich zu machen wie hoch 5,10 Meter wirklich sind.
Die Stadt oder die Bahn haben sich bei ihm noch nicht gemeldet. Was passiert, wenn jemand seine Mauer entfernen will, ist für den 75-Jährigen auch schon klar: »Dann stelle ich mich schützend davor!«

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