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»Planung ist ein gesetzlich manipulierter Skandal«

von Bi-Bahntrasse

»Planung ist ein gesetzlich manipulierter Skandal«

3500 Menschen demonstrieren gegen Bahn-Trassen

Offenburg. Der gemeinsame Protest am Hoch- und Oberrhein formiert sich: 3500 Menschen aus Freiburg, dem Markgräflerland, Herbolzheim und Kenzingen sowie Offenburg demonstrierten am Samstag in der Offenburger Innenstadt gegen die Bahn und ihre Pläne zum Ausbau der Rheintalbahn.
Mit Bussen waren etwa 1500 Menschen nach Offenburg gekommen und versammelten sich mit den Ortenauer Demonstranten gegen 14.30 Uhr auf der Hauptstraße vor dem Rathaus. Neben Rednern der vier beteiligten Bürgerinitiativen unter dem Dach der Interessengemeinschaft Bahnprotest an Ober- und Hochrhein (IG Bohr) äußerten auch Otto Neideck (Vorsitzender des Regionalverbands Oberrhein) und Landrat Jochen Glaeser (Breisgau-Hochschwarzwald) ihre Forderungen an Bahn und Bundesregierung.
»Bahnchef Mehdorn kann sich ruhig mal die Situation vor Ort anschauen«, forderte Manfred Wahl, Vorsitzender der Offenburger Bürgerinitiative. Er hält die derzeitige Planung für einen »gesetzlich manipulierten Skandal«.
Mit Trillerpfeifen und Transparenten sowie mit gelb-roten Karten ausgestattet, unterstützten die Demonstranten lautstark die Forderungen nach einer für Mensch und Umwelt verträglichen Trasse.
Die Bahn versuche durch eine »Salamitaktik« Zwangspunkte für die von ihr gewünschte Trassenführung zu setzen. 20.000 Einwendungen gebe es bereits zwischen Offenburg und Weil. Er halte jede Wette, dass bis 2015 noch keine Güter auf dem dritten und vierten Gleis fahren werden, erklärte Roland Diehl für alle Bürgerinitiativen am Oberrhein.
Manfred Wahl: »Wir fordern keinen De-Luxe-Ausstattung wie in Stuttgart oder Leipzig, sondern eine Standard-Tunnel-Lösung für Offenburg.«
Zentrale Anliegen aller Bürgerinitiativen sind die Themen Lärm, Erschütterung und Schutz der Innenstädte. Bundespolitiker und Bahn sollten die Ängste und Sorgen der Menschen ernst nehmen, forderte OB Edith Schreiner.
Gegen 16.30 Uhr war die Demonstration mit einer Neufassung des Badnerliedes beendet, eine halbe Stunde später kam eine Meldung in der ARD-Tagesschau. Damit haben die Demonstranten erreicht, auch bundesweit auf sich aufmerksam gemacht zu haben.

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