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Tunnel ist die einzige Lösung

von Bi-Bahntrasse

Tunnel ist die einzige Lösung

»Südbaden-Tour« der FDP: Klares Votum gegen die Güterzugtrasse durch den Bahngraben

Zum Tunnel gibt es keine Alternative. Zu dieser einhelligen Überzeugung kamen die Mitglieder der Landes-FDP, die auf ihrer »Südbaden-Tour 3./4. Gleis« gestern in Offenburg Station machten.

VON ALEXANDER GEHRINGER

Offenburg. »Ich freue mich, dass wir in Ihnen Ansprechpartner für unser Anliegen gefunden haben.« Ein zufriedener Baubürgermeister Dieter Eckert sprach gestern Mittag zu den Mitgliedern der Landes-FDP, die zur »Südbaden-Tour 3./4. Gleis« nach Offenburg gereist waren. Die vier Abgeordneten und Parlamentarischen Berater hatten sich zuvor einen Eindruck verschafft, wo die besonderen Bedürfnisse der Stadt beim Bau der neuen Güterbahnstrecke liegen. Begleitet wurde die Gruppe von Sybille Laurischk, Bundestagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der FDP im Gemeinderat.
Spätestens als die Stuttgarter Gäste von der Zauberflötenbrücke aus die Situation in Augenschein nahmen, wurde auch dem Letzten klar: Zur Tunneltrasse gibt es keine Alternative. »Der Bahngraben brächte für Güterverkehr und Anwohner viele Nachteile – vom Zeitverlust beim Bremsen bis zum Feinstaub«, meinte Dieter Ehret, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion.

»Nicht lockerlassen«
Die höheren Kosten, so Ehret, reichten als Argument gegen die unterirdische Strecke nicht aus: »Wenn die Bahn langfristig wirtschaftliche Vorteile erzielt, muss der Schutz der Menschen auch etwas wert sein!« Daher dürfe die Region im Kampf für den Tunnel nicht lockerlassen. »Wir haben Herrn Oettinger klargemacht: Wenn Stuttgart 21 kommen soll, darf Südbaden deshalb nicht benachteiligt werden«, versicherte der Abgeordnete.
»Es kann nicht sein, dass man ein Projekt, von dem die Bewohner auf unabsehbare Zeit betroffen sein werden, an den Bedürfnissen der Stadt vorbeilenkt«, stellte Friedrich Bulinger, verkehrspolitischer Fraktionssprecher, klar. Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht sei die Tunneloption sinnvoller als eine Billiglösung, die den Anwohnern unerträgliche Belastungen zumute.
Gute Nachrichten brachte Sybille Laurischk aus der Gesprächsrunde im Regierungspräsidium mit. Es sei davon auszugehen, dass die Tunneloption im Planfeststellungsverfahren geprüft werde. Laurischk lobte die Bürger der Region: »Dank Ihrer Sensibilität nimmt die Politik inzwischen das Lärmproblem ernst – das war nicht immer so.«
Worte, über die sich insbesondere Manfred Wahl gefreut haben dürfte. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Bahntrasse begleitete gestern Morgen die Politiker bei ihrem Rundgang. »Ich bin heilfroh, dass die FDP bereit ist, die nicht mehr haltbaren Privilegien der Bahn abzuschaffen«, so Wahl. Nur Rechte wie etwa der Schienenlärmbonus erlaubten es der Bahn, eigenmächtig für 200 Millionen Euro die Innenstadt zu zerstören.

»Verödung Offenburgs«
»Die Bahn plant eine Verödung Offenburgs«, klagte der BI-Vorsitzende. Er appellierte an die Partei, gegenüber dem Koalitionspartner nicht nachzugeben – und übte scharfe Kritik an der CDU. »Ich habe kein Verständnis dafür, wenn Minister Stächele einen Bahngipfel einberuft und dazu nur seine Parteifreunde einlädt.«
In einem waren sich die Gäste aus dem Landtag einig: Leisere Güterzüge und die Abschaffung des Schienenlärmbonus seien kein Entweder-Oder, vielmehr müsse die Politik an beidem festhalten. Für Sybille Laurischk ist klar: »Solange die Bahn mehr Lärm machen darf als der Straßenverkehr, wird sich leiseres Rollenmaterial an Güterzügen nicht durchsetzen.«

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