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Tunnel-Profi: Die Kiste kriegen wir durch!

von Bi-Bahntrasse

Tunnel-Profi: Die Kiste kriegen wir durch!

Martin Herrenknecht wirbt bei der BI Bahntrasse für seinen Alternativplan

Mit Martin Herrenknecht hatte die BI Bahntrasse bei ihrer Mitgliederversammlung am Montagabend einen prominenten Gastredner. Der Tunnelbauer stellte seine eigene Variante einer Streckenführung entlang der Rheinschiene vor und erntete Beifall.

VON TARAS MAYGUTIAK

Offenburg. »Es wurde früher immer davon ausgegangen, dass die vier Gleise bis in den Bahnhof geführt werden sollen«, begründet Martin Herrenknecht, warum er nicht schon früher seine Variante mit einem Güterzugtunnel westlich von Offenburg eingebracht hat.
Bei der Mitgliederversammlung der Offenburger Bürgerinitiative Bahntrasse am Montagabend im Gemeindesaal der Heilig-Kreuz-Pfarrei in Offenburg präsentierte der Tunnelbau-Unternehmer aus Allmannsweier vor rund 200 Bahnprotestlern seine Version einer Gleisführung entlang der Rheinschiene. Zu Gast waren bei der Versammlung auch einige Vertreter der Bürgerinitiativen »Mut« und »Igel« von Hochrhein und Markgräflerland sowie von der Bürgerinitiative »Autobahn-Trasse – Lahr«.
Im Bereich Offenburg sieht die Herrenknecht-Variante einen Tunnel vor, der in Höhe des Stockfeldes seinen südlichen Eingang und nördlich des Güterbahnhofs seinen Ausgang hätte. Dort würde der Güterzugtunnel wieder an die bisherige Gleisführung angebunden. Der Korridor, in dem der Tunnel gebohrt werden könnte, ist laut Herrenknecht flexibel.
»250 Güterzüge mehr durch diesen Flaschenhals? – Hoffnungslos!«, beurteilt der Unternehmer die bisherige Planung einer Trassenführung durch den Bahngraben. »Außerdem wurde bei den Bahnplanungen immer von falschen Zugzahlen ausgegangen«, sagt Herrenknecht. Es seien erheblich mehr Züge zu erwarten, als bisher gerechnet wurde.
»Bei einem Güterbahntunnel könnten wir einröhrig fahren«, erklärt der Tunnelbauer: »Das ist billiger.« Müsste man ICE-Verkehr im Tunnel berücksichtigen, würden zwei Röhren gebaut, die mit so genannten Querschlägern für eventuelle Evakuierungen verbunden werden müssten.
Technisch ist der Tunnel laut Herrenknecht machbar. Er verweist auf zahlreiche Tunnelprojekte seiner Firma, etwa für die Stadtbahn Köln. »Dort ist es wahrscheinlich schwieriger«, meint der Tunnel-Profi und nennt auch den Tramway-Tunnel in Straßburg: »Das ist die gleiche Geologie wie hier.«
Herrenknecht will die Bahnplanungen nicht tolerieren, nur weil sie am billigsten sind. »Ich als Steuerzahler vergleiche die Gesamtkosten«, argumentiert er. Oft würden Äpfel mit Birnen verglichen: »Umwelt- und Lärmschutz werden aus einem anderen Ressort bezahlt.«
Herrenknecht bestärkt die BI bei ihren Zielen: »Sie müssen Druck machen, bis die Politiker reagieren«, meint er, und ist überzeugt, dass der Tunnel erzwungen werden kann: »Die Kiste kriegen wir durch!«

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