Kretschmann würdigt besonderes ehrenamtliches Engagement

von Bi-Bahntrasse

Anlässlich des Tages des Ehrenamtes hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann 20 Bürgerinnen und Bürger für besonderes ehrenamtliches Engagement mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Bundesverdienstkreuz

„Eine funktionierende Demokratie und eine solidarische Gesellschaft brauchen Pflege und diese muss aus der Mitte der Gesellschaft, von den Bürgerinnen und Bürgern selbst kommen. Der Staat kann nur ermutigen und für die richtigen Rahmenbedingungen sorgen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Überreichung des Verdienstkreuzes am Bande an 20 Bürgerinnen und Bürger anlässlich des Tages des Ehrenamtes am Samstag. „Mitverantwortlichkeit macht das bloße Nebeneinander zum Miteinander und hält eine Gesellschaft zusammen“, so Kretschmann.

Ehrenamtliche machen Schicksal anderer zu eigener Sache

„Die Ehrenamtlichen machen das Schicksal der Anderen zu ihrer eigenen Sache. Sie nehmen Anteil und übernehmen Mitverantwortung“, betonte der Ministerpräsident. Das sei mehr als nur gutes Bürgertum, es sei Menschlichkeit. „Besonders jetzt, da wir es mit fundamentalen Umbrüchen wie Klimawandel, Migration, Digitalisierung und Globalisierung zu tun haben, verdunkelt und verstellt die Angst ums Eigene oftmals den Blick fürs Gemeinsame“, erklärte Kretschmann. Den Ehrenamtlichen sei es jedoch nicht gleichgültig, wie wir miteinander leben: „Mit dem Mitgefühl, der Kraft und den Gedanken, die Sie einbringen, schaffen Sie Verlässlichkeit für uns alle und bereichern unsere Gemeinschaft. Ich danke Ihnen für das, was Sie unserem Land und seinen Menschen Gutes getan haben“, unterstrich Ministerpräsident Kretschmann.

Der Tag des Ehrenamtes (International Volunteer Day for Economic and Social Development, IVD) ist ein jährlich am 5. Dezember abgehaltener Gedenk- und Aktionstag zur Anerkennung und Förderung ehrenamtlichen Engagements. Er wurde 1985 von den Vereinten Nationen beschlossen.

Kurzbiografien der Ordensträgerinnen und -träger:

Schwester Martina Merkle und Manfred Wahl, Offenburg

2005 gründeten Schwester Martina und Manfred Wahl, Dekan im Ruhestand, zusammen mit weiteren Gleichgesinnten die „Bürgerinitiative Bahntrasse e. V.“, die sich vehement gegen den geplanten vierspurigen Ausbau der Bahntrasse durch Offenburg stemmte und der zeitweise über 5.000 Menschen angehörten.

Manfred Wahl stand bis 2016 an der Spitze des Vereins und Schwester Martina war in all den Jahren als stellvertretende Vorsitzende eng an seiner Seite. Gemeinsam leisteten sie Pionierarbeit – auch ganz im Sinne der Ökumene. Vom Unterschriftensammeln, dem Organisieren von Informationsveranstaltungen und Demonstrationen bis hin zu Treffen mit Vertretern aus der Politik und Verantwortlichen der Deutschen Bahn – alles gingen sie mutig an. Meinungsfreudig kämpften sie im Dialogprozess beim Rheintalausbau für eine nachhaltigere Lösung für Offenburg. Die beiden ermunterten dabei stets zu einem vorbildlichen Miteinander einer ganzen Stadt, ihren Akteuren und bürgerlichen Kräften, die alle an einem Strang zogen. Neben diesem Engagement haben sich beide auch in anderen Bereichen nachhaltig eingebracht: Schwester Martina setzt sich mit Herzblut für den Erhalt der Silbermannn-Orgel der Klosterkirche ein und spielt auf dieser auch in Gottesdiensten. Manfred Wahl macht sich als ehemaliger Dekan für den christlich-jüdischen Dialog und die Ökumene stark und setzt sich für die Versöhnung zwischen Religionen und Völkern ein. So gehört beispielsweise die von ihm vor 40 Jahren initiierte jährliche Gedenkfeier zur mahnenden Erinnerung an die Pogrome zu einem festen Bestandteil im örtlichen Jahreskalender. Und auch das lebendige Verhältnis der Stadt Offenburg zu seinen Partnerstädten ist nicht zuletzt auf Manfred Wahls Engagement zurückzuführen.

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