Schön, das es euch gibt!

von Bi-Bahntrasse

„Schön, dass es euch gibt!“

In der Gemeinschaft etwas bewegt, was zuvor niemand gedacht hätte: Die BI Bahntrasse feierte im Rahmen eines Festabends ihren 20. Geburtstag. Viel Lob und Zuspruch gab es auch von der Bahn.

Offenburg. Sie haben wahrlich etwas zustande gebracht, was zuvor keiner gedacht hätte, und dies niemals aggressiv, sondern beharrlich, hartnäckig, aber dabei stets das Gegenüber mit Respekt behandelt. Ja, die Mitglieder und Motoren der Bürgerinitiative Bahntrasse können auf eine richtige Erfolgsgeschichte zurückblicken, eine Historie, die vor 20 Jahren mit der Gründung ihren Anfang nahm.

 

Schön das es euch gibt
Schwester Martina Merkle und viele Mitstreiter blickten am Samstag auf die 20-jährige Erfolgsgeschichte der BI Bahntrasse mit viel kreativem Protest zurück. Fotos: Andreas Wenck

Im Rahmen eines Festakts wurde vergangenen Samstag der runde Geburtstag mit über 100 Wegbegleitern, Mitgliedern und geladenen Gästen gefeiert. Darunter, und das spricht für die BI, auch eine Delegation von Führungskräften der Deutschen Bahn.

Begrüßt wurden die Gäste der Jubiläumsfeierlichkeiten in den Konferenzräumen der Oberrheinhalle mit heute historischen Transparenten der zahlreichen Demonstrationen, an denen die BI oder deren Mitglieder beteiligt waren. So forderte auf einem Plakat die BI „Keine Schand-Mauer durch Offenburg“ oder wehrte sich gegen „Mauer-Monster-Dauer-Krach“, als Anfang des Jahrtausends von der Bahn geplant war, den Lärm durch zwei zusätzliche Gleise durch riesige Schallschutzwände durch die Stadt zu mildern.

Dazu ist es „Gott sei Dank“ nicht gekommen. Denn die Religion hatte in Form des evangelischen Dekans Manfred Wahl sowie der katholischen Schwester Martina Merkle gleich zwei hochkarätige Vertreter der beiden christlichen Kirchen mit im Boot, die mit Demokratie, viel selbst beschafftem Fachwissen und Engagement die verantwortlichen Kräfte zur finalen Tunnellösung führten.

Neben Bürgermeister Oliver Martini konnte der Vorsitzende der BI, Karl Bäuerle, auch den einstigen Tiefbauchef der Stadt, Günter Häberle, und Martinis Vorgänger Dieter Eckert willkommen heißen, während einige damalige Vertreter wie OB Edith Schreiner sich schriftlich wegen Terminüberschneidungen entschuldigen mussten. Martini, seit 2011 im Amt, lobte ausdrücklich die engagierte Arbeit der BI, besonders das Engagement von Schwester Martina und Dekan Wahl: „Die beiden Persönlichkeiten haben weit über die Landesgrenzen hinaus positiven Eindruck gemacht und nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch in der Politik Akzeptanz auf höchsten Niveau erreicht.“

Zwischenüberschrift: Gute Kommunikation Passender hätte nach Martinis Redebeitrag der Liedbeitrag der Badischen Babbel band mit „Die Gedanken sind frei“ eigentlich nicht sein können, bevor der für die bei DB Infra Go AG zuständige Sprecher für das Bahngroßprojekt im Südwesten, Christoph Kleinert, das Wort ergriff. „Normalerweise werden wir ja nicht zu Jubiläen einer BI gegen die Bahn geladen, aber hier ist das anders“, erläuterte der mit seiner Familie in der Ortenau lebende Kleinert.

Nicht nur für die stets gute kommunikative Zusammenarbeit bedankte er sich, sondern auch für Ideen der BI, welche die Bahn auch für sich positiv umsetzen kann und wird. „Jetzt stehen wir hier alle vor einem Jahrhundertprojekt, einem der längsten Bahntunnel in Deutschland überhaupt. Schön, dass es euch gibt!“, so der Bahnmanager weiter.

Glückwünsche für die BI gab es auch vom Vorsitzenden der BI Bohr, Roland Diehl, und Manfred Kaiser von der BI Mut, die sich allesamt gegen Bahnlärm und für das Großprojekt der Bahn einsetzen. Die Arbeit und das Engagement der BI Bahntrasse sind allerdings bisher nicht zu Ende, sondern gehen weiter. Zuletzt hat sich die BI in den vergangenen Monaten für den Schallschutz an der Zähringerstraße stark gemacht und wird auch nach dem für 2028 geplanten Spatenstich für den Güterzugtunnel noch jede Menge zu tun haben.

Über 45.840 Einwände der Einwohner gegen die A3-Pläne der Bahn wurden einst von der BI gesammelt. „Störender Bahnlärm während des Unterrichts und auch nachts keine Ruhe am Bahngraben, das war damals einer der Gründe, mich im Rahmen der BI für weniger Lärm vonseiten der Bahn einzusetzen“, erinnerte sich Schwester Martina in ihrer kurzen Rede, die einfach nur dankbar war für das Erreichte und dass so viele Einwohner das Projekt unterstützt hatten und noch unterstützen.

Zwischenüberschrift: Kleine Zeitreise Zuvor gingen die Vorstandsmitglieder noch mittels historischer Fotografien auf eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der BI, und auch ein Dokumentarfilm über die Arbeit der BI in den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde gezeigt. Mit einem gemeinsam gesungenen „Großer Gott, wir loben Dich“ ging nach gut zwei Stunden der offizielle Teil zu Ende und man traf sich im Foyer zum kommunikativen Austausch und Imbiss.

Von Volker Gegg (Offenburger Tageblatt OT vom 02.12.2025)

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